Pipins Busstour nach Greiz

Am 17.9.2011 fand die nunmehr 4. Busfahrt statt, bei der die Teilnehmer zum Startpunkt und vom Ziel nach Hause befördert wurden. Dazwischen wurde der Bus als Transfer benutzt. Damit ergaben sich viele Möglichkeiten, die Veranstaltung auf die unterschiedlichen Konstitutionen und Interessen der Teilnehmer zuzuschneiden. An der Fahrt nahmen 26 Naturfreundinnen und Naturfreunde und 24 Gäste teil. Die Fahrt wurde von unserem Mitglied und Wanderleiter Günter Böhnhardt und dessen Frau Traute in bewährter Weise organisiert. Allen Teilnehmern wurde im Vorfeld ausführliches Material zur Verfügung gestellt, so dass sich alle auf die Angebote vorbereiten konnten.
Ausgangspunkt der Veranstaltung war Greiz, die Park- und Schlossstadt an der Weißen Elster im Thüringer Vogtland. Hier teilten sich zum ersten Mal die Teilnehmer. 16 davon gingen unter der Leitung von Lothar Pfuhz und Peter Ratz auf eine Wanderung über den Köhlersteig und die Köhlerspitzen parallel der Göltzsch zur Göltzschtalbrücke, der größten Ziegelsteinbrücke der Welt.
Die Götzschtalbrücke ist ein technisches Meisterwerk. In ihr wurden in 5 Jahren Bauzeit (1846-1851!) über 26 Millionen Ziegelsteine verbaut. Sie ist 574 m lang und 78 m hoch. Immer wieder ein imposanter Anblick. Über sie führt der Bahnverkehr auf der Strecke Leipzig-Gera-Plauen bis Nürnberg. Der Streckenabschnitt Gera-Plauen wird gerade elektrifiziert, deshalb ist die Brücke noch eingerüstet, was leider dem ästhetischen Anblick etwas schadete.
Die restlichen 34 Teilnehmer hatten sich entschlossen, an einer Parkführung teilzunehmen. Die vom Touristikverband bestellte Führerin führte uns 2 Stunden durch den sehr gut gepflegten Greizer Park und vermittelte uns in kurzweiliger Weise vieles zur Geschichte und den Sehenswürdigkeiten des Parks. Einhellig wurde festgestellt: Es war ein genussvoller und lehrreicher Spaziergang.
Danach fuhr uns der Bus zur Göltzschtalbrücke. Am Kiosk konnten wir Hunger und Durst stillen, und die Zeit reichte aus, die Brücke ausführlich in Augenschein zu nehmen. Ein hier geplanter Höhepunkt konnte leider nicht realisiert werden: Mit dem in der Nähe der Brücke verankerten, mit Helium gefüllten Ballon (22,4 m Durchmesser, Höhe 32 m, Tragfähigkeit 4 Tonnen oder 30 Personen) wollten viele unserer Teilnehmer auf der 5,60 m Durchmesser messenden Gondel 150 m hochsteigen um die Aussicht auf die Brücke und das Vogtland zu genießen. Auf Grund des böigen Windes durfte der Ballon aus Sicherheitsgründen nicht aufsteigen.
Inzwischen waren auch die Wanderer an dem Kiosk angekommen. Nach einer angemessenen Pause stiegen dann alle in den Bus, um über Netzschkau zum nächsten Halt bei Dungersgrün 17 Wanderer zum Marsch auf den nicht weit entfernten Kuhberg zu entlassen.
Der Rest fuhr nach Brockau in die Manufaktur Wittmann, in welcher echte Plauener Spitze noch nach traditioneller und auch moderner Art hergestellt wurde. Der Geschäftsführer Herr Dietz überreichte allen ein kleines Fensterbild aus Plauener Spitze und informierte zu Anfang über die geschichtliche Entwicklung der Herstellung der Plauener Spitzen und die Wirren nach der Wende mit der Treuhandgesellschaft bei der Rückführung von Alteigentum. Anschließend durften wir uns die alten und auch neueren Maschinen zu Herstellung der Plauener Spitze hautnah und in Funktion ansehen. Beeindruckend für technisch Interessierte waren die alten mechanischen Maschinen vom Anfang des 20. Jahrhunderts, gesteuert noch mit Lochstreifen aus Karton. Besonders reizvoll für die weiblichen Besucher war abschließend der Besuch in der Verkaufsausstellung und im Hinblick auf das nahende Weihnachten hat manche wohl schon ein kleines Schnäppchen gemacht.
Anschließend fuhr uns der Bus auf den Parkplatz unterm Kuhberg. Von hier aus mussten alle noch etwa einen Kilometer aufwärts entlang eines Lehrpfades mit interessanten Tafeln zum 510 Meter hohen Kuhberg aufsteigen. In der Kuhbergbaude war für uns ein Raum reserviert in den schon die 17 Wanderer fröhlich bei Kaffee und Kuchen oder Eis saßen. Für viele überraschend bot uns der Gipfel des Kuhbergs einen 21 m hohen Aussichtsturm und eine große Modelleisenbahnanlage im Freien. In 2 großen Themenbereichen (Western und DB) fahren hier 30 Loks im Maßstab 1:22,5 (Spur G) auf über 500 m2 durch eine fantasie- und liebevoll gestaltete Landschaft. Auch das Modell der Göltzschtalbrücke, diesmal ohne Einrüstung, konnte man bewundern. Schließlich waren noch eine Gartenzwergeversammlung und ein kleines Ziegengehege zu bewundern.
Der Kuhberg ist die höchste Erhebung im nördlichen Vogtland. Vom seinem Bismarkturm hat man bei guter Sicht eine Aussicht in das Schiefergebirge, das Fichtelgebirge und in das Erzgebirge. Ja man soll sogar von hier aus das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig sehen können. Ganz zu schweigen von den vielen Zugspitzen. Dies nutzten die noch rüstigen Wanderer ausgiebig und waren mit der Sicht durchaus zufrieden.
Nicht genug damit, zum Abschluss rief der Wanderleiter alle Teilnehmer nochmals in die Kuhbergbaude und präsentierte ihnen zur Überraschung noch einen Zauberer. Armin Tondera, bekannter Magier in Jena, der schon mehrmals an unseren Busfahrten teilgenommen hat, zeigte uns aus seinem Repertoire 2 Kunststücke von denen alle begeistert waren. Sie dankten es ihm mit einem großen Applaus.
Gegen 17 Uhr 15 wurde zum Aufbruch geblasen. Nach der Wanderung zum Bus fuhr uns der Busfahrer wieder sicher nach Jena, wo wir gegen 19 Uhr noch vor dem Regen landeten. Alle dankten dem Wanderleiter für die gelungene Veranstaltung, wenngleich dieser die Vermutung hat, dass der Applaus auch dazu beitragen soll, im nächsten Jahr wieder eine Busveranstaltung zu organisieren.

Günter Böhnhardt

Bildanhang

Bilder: Kl. und E.Schimpke
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P.S.
Eine sehr gut gelungene Veranstaltung. Traute und Günter hatten in die Vorbereitung und Organisation viel Zeit investiert. Schön auch für die älteren NaturFreunde und NaturFreundinnen, die nicht mehr wandern, einige fröhliche Stunden in der Gemeinschaft zu verbringen. Die große Zahl der Gäste spricht für sich und ermöglichte es die Reisekosten zu minimieren. Danke nochmals dafür im Namen aller Teilnehmer.

Kl.Schimpke

 

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