Eine Ferienreise nach La Gomera 2010
Reisebericht mit Bildern.


Palme

Für die Thüringer NaturFreundinnen und NaturFreunde gab es 2010 wieder eine ausgeschriebene Ferienreise. Das Reiseziel war diesmal La Gomera. Unser Landesvorsitzender Roland Ripperger hatte diese Reise, wie schon ähnliche Veranstaltungen in der Vergangenheit, mit viel Sorgfalt und persönlichem Einsatz vorbereitet. Das Reiseziel war Playa De Valle Gran Rey und für die Zeit vom 26.5. bis 9.6. waren im Hotel Gran Rey Plätze gebucht. 32 Teilnehmer aus Thüringen und Franken hatten sich für diese Fahrt eingeschrieben. Roland war es gelungen, zu einem ortsansässigen Bergwanderführer und Reiseleiter Kontakt aufzunehmen. Dieser führte zusammen mit einer weiteren Wanderführerin uns mit 10 Wanderungen zu den schönsten Stellen dieser Insel. Beide Wanderführer sind Deutsche, die schon länger auf La Gomera leben und die Gegend sehr gut kennen. Um unterschiedliche Startpunkte für unsere Wanderungen zu erreichen, stand uns ein Bus zur Verfügung. Die Touren waren so gelegt, dass wir in 2 Gruppen gehen konnten. Es gab immer zwei unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und Streckenlängen, jeder konnte sich somit entsprechend seines Leistungsniveaus einordnen. An den Ruhetagen konnte jeder nach belieben baden oder sich auf einen Bootstrip zur Delfin-Beobachtung begeben.

Mittwoch, der 26.5.

Unser Flug startete von Erfurt, nach einer Zwischenlandung in Gran Canaria landeten wir verspätet auf Teneriffa Sur. Mit dem Bus ging es zum Hafen, dort hatten wir 2 Stunden Wartezeit bis zur nächsten Fähre. Als wir in San Sebastian auf La Gomera landeten, brannten bereits die Straßenlaternen. Es folgte noch eine mehr als einstündige Busfahrt über die Hochstraße nach Valle Gran Rey zum Hotel.

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Donnerstag, der 27.5.

Am nächsten morgen stand erneut ein Bus vorm Hotel und um 8:50 Uhr starteten wir zur ersten Tour. Bei Tageslicht sahen wir erst, an welchen Abgründen die Straße entlang führte. Der Startpunkt der Wanderung war in Agulo im Norden der Insel und führte uns zum Centro de Visitantes Juego de Bolas, dem Informationszentrum des Nationalparks Garajonay. Wie vereinbart, wanderten wir in zwei Gruppen. Mit unserem Wanderführer Josef trauten sich 11 Personen den Stieg durch die rötliche Steilwand bei Agula zu, für die anderen hatte Beatrice unsere Wanderführerin einen weniger steilen Anstieg ausgewählt. Oben angekommen, besichtigten wir das Informationszentrum. Nach einer Pause im Restaurant stieg eine Gruppe wieder ab in Richtung Agulo und wählte dafür den Weg, den die anderen bereits für den Aufstieg genutzt hatten.

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Freitag, der 28.5.

Morgens die gleiche Routine wie am Vortag. Der Bus brachte uns bis zu den Quellen von Epina. Hier füllten wir unsere Trinkflaschen mit Quellwasser. Auf getrennten Wegen ging es danach zur Ermita Sta. Clara, einem Rastplatz mit herrlichem Blick zum Meer. Das Ziel der Wanderung Vallehermoso wurde von beiden Gruppen auf unterschiedlichen Wegen erreicht.

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Sonnabend, der 29.5.

An diesem Tag war der Startpunkt in Gran Vally und der Bus fuhr uns nur eine kleine Strecke bis zum Start. Die Gruppen stiegen auf getrennten Wegen zum Töpferdorf El Cercado auf. Hier konnten wir traditionelle Töpferei bewundern, die ohne Töpferscheibe erfolgt. Kleine Andenken standen zum Verkauf bereit. Alle, die den Abstieg scheuten konnten sich in El Cercado in den Bus setzen und zu Tal fahren. Wir waren gegen 16:00 Uhr zurück, die Läufer trafen nur wenig später ein. Bis zum Abendessen um 19:00 Uhr war ausreichend Zeit zum Baden.

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Sonntag, der 30.5.

Am vierten Wandertag wollten wir es wissen. Es lockte für die, die sich etwas stärker belasten wollten, der Aufstieg zum sogenannten Hausberg. Ein einzeln stehender Baum hoch auf dem Felsmassiv in ca. 600 Meter Höhe war das erste Ziel und wollte über steile Pfade erklommen sein. Die Sonne brannte und ein starker Passat blies uns entgegen. Ein schöner Blick ins Tal war der Lohn für die Mühe. Weiter führte der Weg durch ein wogendes gelbes Meer von wildem Hafer und Gräsern, vorbei an aufgegebenen Feldern und an verfallenem Gemäuer zum Gipfel La Merica (850m). Das Dorf Arure, bis zu dem die andere Gruppe mit dem Bus gefahren war, wurde passiert und Las Hayas angesteuert. Hier waren wir bei Efigenia angemeldet. Diese ältere Dame betreibt eine Gaststätte mit besonderer Note. Es gibt landestypisches Essen mit mehreren Gängen und auch sonst ist einiges anders. Es ist sicher ein einmaliges Erlebnis, wie es Sigrid erlebte, von Efigenia gefüttert zu werden. Für den Rückweg zum Hotel stand der Bus bereit. Bei der längeren Strecke hatten wir insgesamt einen Höhenunterschied von ca. 1000 Metern bewältigt und waren ohne Ruhepausen fünfeinhalb Stunden gelaufen.

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Montag, der 31.5.

Bevor wir an diesem Tag in den Bus stiegen, bekam Sigrid ein Geburtstagsständchen. Roberto kutschierte uns dann auf dem bekannten Höhenweg durch den Nationalpark bis in die Nähe des Alto de Garajonay, des höchsten Berges der Insel. Der Nebelurwald der Höhenregion zeigte sich uns allerdings ganz ohne Nebel. Die Flechten und Moose des Lorbeerwaldes dürsteten nach der Flüssigkeit, die ihm die Passatwolken normalerweise zuführen. Kalima, ein heißer Wüstenwind aus der Sahara hatte den Passat verdrängt. Der Aufstieg zum Gipfel (1487m) war über einen gut gepflegten Wanderweg mühelos zu gehen. Wir stiegen danach nach Imada (auf ca. 900m) ab. Das letzte Wegstück trennten sich die Gruppen, der eine Weg war wesentlich steiler. Die Gruppe, die den bequemeren Abstieg gewählt hatte, lief allerdings länger in der prallen Sonne. Nicht alle kamen mit dieser Situation zurecht, einige waren am Ziel so erschöpft, dass unser Bergführer Josef den ärztlichen Notdienst verständigte. Im Rettungswagen wurden einige vom Arzt untersucht. Ausreichend Flüssigkeit hatte aber alle wieder auf die Beine gebracht. Wir waren am ersten Tag belehrt worden mindestens 1,5 Liter Wasser mitzunehmen, nach dieser Tour ging keiner mehr mit zu wenig Wasser los.

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Dienstag, der 1.6.

Ruhetag. Bade- und Einkaufstag, die seefesten Wanderfreunde charterten eine Tour bei Tina Excursiones und fuhren zur Delfin-Beobachtung aufs Meer. Nur wenige Kilometer vor der Küste zeigten uns Vögel die Stellen, an denen die Delpfine sich tummelten. Ein Badestopp bei der Rückfahrt in einer Bucht mit kristallklarem Wasser bleibt allen, die mitfuhren, in Erinnerung.

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Mittwoch, der 2.6.

An diesem Tag brachte uns der Bus erneut auf die Höhe in den Nationalpark Garajonay. Die eine Gruppe stieg an der gleichen Stelle aus dem Bus, an dem die Wanderung zum Garajonay begonnen hatte, die andere fuhr noch bis Hermigua. Treffpunkt beider Gruppen war El Cedro. Diejenigen, die von Hermigua aufstiegen, konnten den Wasserfall El Cedro in seiner ganzen Fallhöhe sehen. In einer urigen Gaststätte trafen wir uns dann alle. Der Rückweg führte durch einen Wasserstollen. Für die 500 Meter durch die Dunkelheit hatten wir Taschenlampen mit. Der Stollen führte kein Wasser, trotzdem platschte es an einigen tieferen Stellen, eine echte Qualitätskontrolle für die Bergschuhe!

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Donnerstag, der 3.6.

Von unserer Fahrt nach Madeira war uns ein Picknick auf einem Grillplatz in guter Erinnerung und unserem Wunsch ein solches auch hier zu veranstalten, kam unser Wanderführer Josef nach. Er besorgte Bratwürste und Fleisch und zusammen mit Franz und Robert fuhr Josef zum Grillplatz voraus und die drei bereiteten alles vor. Dieser Platz mit Namen La Laguna Grande lag im Nationalpark. Für die anderen galt es erst noch ein Stück zu wandern. Der Bus brachte uns auf die Höhe und ca. 2 km nach Chipude begann die Wanderung. Wir folgten dem Höhenweg nach Igualero, dem höchst gelegendsten Dorf der Insel. Lichter Kiefernwald säumte den Weg. Leider konnten wir die Fernsicht durch das gewaltig eingeschnittene Barranco zu den Nachbarinseln El Hierro und La Palma nicht genießen, Kalima hatte sich noch immer nicht verabschiedet. Feiner Staub trübte die Atmosphäre und drückende Hitze lastete auf uns. Der Rest des Weges bis zum Grillplatz führte durch schattigen Lorbeerwald. Am Grillplatz wurden wir schon erwartet. Die Stelle ist gut eingerichtet, gemauerte Feuerstellen, bereitliegendes Brennmaterial, Sitzbänke und Tische luden zur Rast ein. Wegen der großen Hitze blieben wir nicht lange und fuhren bald nach Gran Vally zurück. Der Rest des Tages ließ sich recht angenehm am und im Wasser verbringen.

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Freitag, der 4.6.

Die Wanderung begann an diesem Tag in Las Hayas und wir gingen in getrennten Gruppen. Der erste Teil der Strecke führte durch dichten Lorbeerwald und auch der Untergrund war hier nicht ganz so trocken. Beatrice, unsere Wanderführerin zeigte uns einige botanische Kostbarkeiten. Nach einer Rast bei Las Creces überquerten wir die Fernstraße und es begann der Abstieg nach Vallehermoso. Schöne Ausblicke entschädigten für den bei großer Hitze doch anstrengenden Weg ins Tal (ca. 800 Meter Abstieg).

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Sonnabend, der 5.6.

Unsere 9. Tour begann nach fast einstündiger Busfahrt zum Degollada de Perazo an der Straße nach San Sebastian. Diejenigen, die auf der Höhe bleiben wollten, waren bereits mehrere Kilometer zu vor aus dem Bus gestiegen. Für die anderen begann ein Abstieg nach La Laja und von dort ein langer Aufstieg zur Höhenstraße. Der Weg führte durch lichten Kiefernwald, vorbei an einer verfallenen Schutzhütte (Degollada del Tanque). Schon vom Tal hatten wir die Roques im Blickfeld, steile Felskegel vulkanischen Ursprungs. Wegen der großen Hitze nahmen wir gern das Angebot im Anspruch, unseren Bus, der am Waldbranddenkmal parkte, für das letzte Stück zurück zum Startpunkt zu nutzen. Die anderen unserer Reisegruppe waren am Degollada de Perazo bereits eingetroffen und erwarteten uns dort in der Gaststätte.

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Sonntag, der 6.6.

La Fortaleza war das Ziel der letzten geführten Wanderung. Unsere Begleiter hatten diesen Berg wohl deshalb für die letzte Tour aufgehoben, weil sie auf bessere Fernsicht hofften. Wir startete in Las Hayas und es ging über z.T. wenig begangenen zugewachsenen Wanderwegen nach Chipude. Dort erwarteten die Wanderer der Kurzstrecke die Gipfelstürmer. Der Aufstieg zur La Fortaleza war für alle ohne Probleme bewältigt worden und die angekündigten Kletterwege waren harmlos.

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Montag, der 7.6.

Ruhetag, unsere Wanderführer hatten frei. Ein Jeder konnte selbst noch wandern oder baden. Einige wagemutige lockte das Barranco de Argada. Vorbei am Hafen von Vueltas, entlang einer steilen Felswand erreichten wir dieses Barranco. Zunächst führte noch ein Weg aufwärts, der dann an einem Fruchtgarten endete. Ab dort ein wildes unübersichtliches Tal mit beeindruckenden Felsen. Es kehrten aber alle um, die einen früher, später die anderen. Keiner von uns wollte dieses Barranco durchsteigen, den langen Weg über die Höhe wollte sich bei dieser Hitze keiner mehr zumuten. Am Abend startete unsere Abschiedsparty im El Palmar. An einer langen Tafel sitzend ließen wir bei Landes typischer Kost und Wein den schönen Wanderurlaub ausklingen und bedankten uns bei unseren Wanderführern und bei Roland.

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Dienstag, den 8.6.

Ruhetag vor der Heimreise. Ortsbesichtigung, Geschenke kaufen und baden waren wohl die häufigsten Tätigkeiten. Einige besuchten den Fruchtgarten im Barranco de Argada.

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Mittwoch, den 9.6.

Heimreisetag. gegen 10:30 Uhr stiegen wir in den Bus und verließen unseren Urlaubsort. Diesmal langten wir ohne Verspätung in Erfurt an, der Bus, den Dieter für die Jenaer organisiert hatte, brachte uns gegen Mitternacht nach Hause.

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Die Fotos wurden aus einer großen Anzahl von Aufnahmen ausgesucht. Beigetragen mit ihren Fotos zu diesem Bericht haben R.Kupper, R.Müller, P. und U. Ratz, K. und E. Schimpke. Die Auswahl und Gestaltung des Berichts erfolgte von K. Schimpke

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